Wohnbau am HITIAG Gelände

Wohnungsbau am Areal der Flachsspinnerei

Bis 1996 gab es in Stadl-Paura mit der Lambacher HITIAG Leinen AG einen Industriebetrieb mitten im Zentrum. Nach der Abwanderung des Betriebs wurde das Areal von der Fabrik direkt an die Firma GARTNER verkauft. Die Gemeinde, die ebenfalls am Grundstück im Ausmaß von gut 9 ha interessiert war, durfte das Grundstück leider nicht kaufen, da wir damals eine sogenannte „Abgangsgemeinde“ waren. Damals bestimmte das Land OÖ über unsere Finanzen, und von dort gab es leider kein grünes Licht für den Kauf des Areals.

Bis zum Jahr 2015 standen die Gebäude da und verfielen immer mehr, bis sie leider nicht mehr zu retten waren. Im Jahr 2015 ließ die Fa. GARTNER die alten Fabriksgebäude schleifen und das Gelände planieren. Sukzessive wurden immer wieder Grundstücke und Gebäude am Rande und außerhalb des Areals verkauft. Übrig blieb ein Areal von 6 Hektar. Immer wieder wurde gemeindeseitig versucht, einen Betrieb zu finden, der sich niederlassen wollte, jedoch ohne Erfolg, denn immerhin handelte es sich um „Betriebsbaugebiet“. Ziel der Gemeinde war es, Arbeitsplätze im Ort zu schaffen.

Wohnbau und Ortsentwicklung müssen Hand in Hand gehen!

Im Jahr 2018 gab es dann ein Konzept von insgesamt 3 Wohnbaugenossenschaften für die Errichtung von mehr als 800 Wohnungen auf diesem Gelände. Wir haben uns massiv gegen dieses überproportionierte Konzept ausgesprochen, bis wir erreichen konnten, dass noch 460 Wohnungen in 18 Wohnhäusern in den kommenden 20 Jahren errichtet werden. Wir halten auch das noch für übertrieben, da zusätzlich bereits in den kommenden 5 Jahren 250 Wohnungen im Zentrum von Stadl-Paura vor der Errichtung stehen bzw. schon gebaut werden. Sorgen macht uns auch der zusätzliche Verkehr, der überwiegend über die Puchingerkreuzung, die Maximilian-Pagl-Straße (an unserem Kindergarten und den Schulen vorbei) und die schon jetzt oft verstopfte Hager-Kreuzung fahren muss, anders geht`s ja nicht. Unserer Forderung für die Ausarbeitung eines Verkehrskonzepts wurde leider nicht entsprochen und ob die Plätze in der Krabbelgruppe, im Kindergarten, in der frisch sanierten Volksschule und im Hort auch in der Zukunft ausreichend sein werden, wird sich noch herausstellen. Die Krabbelstube wird schon im kommenden Jahr zu klein und wir benötigen dringend eine zusätzliche Gruppe. Auch die ärztliche Versorgung stellt einen Punkt dar, von dem sich in der Zukunft noch herausstellen wird, ob das für die Stadlinger Bevölkerung zufriedenstellen gelöst werden kann. Ärzte, vor allem praktische Ärzte, für eine Gemeinde zu bekommen ist ein sehr schwieriges Unterfangen.

Eine derartiger Zuwachs der Bevölkerung von ca. 1500 neuen Stadlingern in einem Zeitraum von gerade einmal 20 Jahren darf nicht zum Nachteil für die jetzige Stadlinger Bevölkerung geschehen! Immer wieder haben wir auf die möglichen Probleme hingewiesen, wie der einsame Rufer in der Wüste, aber es erscheint so, als wären wir ungehört.

Unsere Einwände, Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge zum Projekt wurden manche, aber leider nicht alle, vom Bürgermeister aufgegriffen und dann übernommen. Unsere Bedenken wegen dem Verkehr in der Puchingerkreuzung, der Maximilian-Pagl-Straße und der Hagerkreuzung konnte er bei allem schönen Reden aber nicht zerstreuen.

Die von uns geforderte Bürgerbeteiligung wurde vom Bürgermeister leider nicht umgesetzt und die Stadlinger Bevölkerung nicht in die Planung des Areals mit einbezogen. Schade um diese verpasste Chance, denn die Gemeindebürger wissen oft am besten, was gut und richtig für den eigenen Ort ist und was nicht.